MehrPlatzFĂŒrsRad-Kopfbild
24.08.2017 20:37eingestellt von: Mario Schuller


Durch die Eifel

Vier Tage vom 11. bis 14. August 2017 in der Eifel unterwegs. Sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer legen rund 300 Kilometer zurĂŒck und bewĂ€ltigen etwa 3.300 Höhenmeter.

In der Tourenbeschreibung stand etwas von abwechslungsreicher Topographie und Landschaft, hervorragend ausgebauten ehemaligen Bahntrassen und einigen Anstiegen, die zu bewÀltigen sind. So waren wir alle neugierig, was uns diesmal erwartet. Und schon so viel sei vorab verraten: es war nicht zu viel versprochen.

1.Tag Bad Neuenahr – Daun (74 km; 1.492 Hm)
Nachdem wir uns an unserem Ausgangspunkt in Bad Neuenahr-Ahrweiler trafen und eine kleine Kennenlernrunde stattfand, starteten wir mit sieben Teilnehmern (eine Frau, sechs MĂ€nner) auch gleich unsere Tour. Sofort nach Bad Neuenahr zeigte die Eifel ihr kantiges Gesicht. Fahrradwege im Wald, die durch den heftigen Regen am Vortrag ausgewaschen waren, forderten uns sofort mit Steigungen um die 7 %. Der Tacho wollte die Kilometer nicht schnell runter spulen. Nach jedem erklommenen Berg sahen wir uns um und wollten uns mit der schönen Aussicht der Hohen Eifel belohnen. Was wir sahen waren jedoch Nebel und Wolken. Nach einigen rasanten Abfahrten rĂŒckte der NĂŒrburgring in unser Gehör. Er lag noch einige Kilometer weit weg, die dröhnenden MotorengerĂ€usche waren jedoch schon zu hören. Nach einem „Boxenstopp“ am Ring ging es dann bei wieder einsetzendem Regen weiter. Wir kamen an vielen Wiesen und Weiden vorbei, fuhren durch schmucke Ortschaften und erreichten am Abend dann unser erstes Etappenziel Daun. Zwar geschafft, aber zufrieden, dass wir alle diese anspruchsvolle Tagestour gemeisterten hatten, ließen wir den Abend ausklingen.

2. Tag Daun – St. Vith (85 km; 1.017 Hm)
Am zweiten Tag ging es nach St. Vith ins Nachbarland Belgien. Davor ging es jedoch erstmal bergauf und bergab nach Gerolstein, unserem ersten Etappenstopp. Die Beine waren noch etwas schwer vom Vortrag, so dass diese manchmal ganz schön brannten. Aber nach jedem Anstieg kommt eine tolle Abfahrt. Nach Gerolstein ging es ins hĂŒbsche PrĂŒm, wo wir uns in einem netten Bistro am Markt stĂ€rkten. Die Weiterfahrt fĂŒhrte uns auf den Eifel-Ardennen-Radweg, einer ehemaligen Bahntrasse. Auch hier ging es stetig bergauf, aber auf einer so guten ausgebauten Trasse glĂŒhte der KilometerzĂ€hler und wir kamen schnell an die Grenze nach Belgien. Das Erlebnis, mit dem Fahrrad eine Grenze zu ĂŒberfahren, ist auch nicht alltĂ€glich. Wie bereits in Deutschland ging es auch in Belgien auf der stillgelegten Bahntrasse durch wundschöne einsame WĂ€lder weiter. Es war eine faszinierende Ruhe. In St. Vith wartete dann ein hĂŒbsches Hotel direkt an einem Weiher auf uns.

3.Tag St. Vith – Hillesheim (75 km; 425 Hm)
Wie immer war unsere Abfahrtszeit 09.00 Uhr. Es ging diesmal auf dem Vennbahn-Radweg Richtung Norden noch ein gutes StĂŒck durch Belgien. Nach dem Abzweig auf die Venn-Querbahntrasse legten wir am See von BĂŒtgenbach eine Kaffeepause ein und genossen auf der Terrasse den herrlichen Ausblick. Dabei schien uns wunderbar die Sonne ins Gesicht. Nach zwei Tagen grauem Wetter war dies fĂŒr alle eine Wohltat. Weiter ging die Fahrt auf der ehemaligen Bahnlinie, die so gut ausgebaut ist, dass wir von einer Fahrradautobahn sprachen. Es war so toll diese zu fahren, so dass auch die Steigungen kein Thema waren. Auf dem Kyllradweg wurde es dann eng, denn es fand der 3. Rad Aktionstag „Grenzenlos Kyllradweg“ statt. So zog es viele auf die RĂ€der um die verschiedenen AktionsstĂ€nde zu besuchen. Auch wir nahmen das Angebot an und informierten uns ĂŒber weitere Fahrradstrecken in der Eifel. Bei einer weiteren Rast am Kronenburger See genossen wir den Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes. Der letzte Abschnitt nach Hillesheim war dann ohne weitere Anstrengungen schnell geschafft.

4. Tag Hillesheim – Bad Neuenahr (67 km; 359 Hm)
Heute war schon der letzte Tag unserer Tour, der unter dem Motto stand: „Wir haben Zeit und es geht nur noch bergab“. Wieder vorbei an schönen Dörfern, an Rindern, Schafen, Ziegen und KĂ€ngurus (!) kamen wir schnell an den Wasserfall bei Üxheim. Ein immer weiter wachsender Wasserfall mitten in der Eifel. Wir waren alle beeindruckt. Weiter ging es dann auf dem Kalkeifel-Radweg, der tief eingeschnitten in der Landschaft verlĂ€uft. Hier kommen die stark bewaldeten Berge besonders gut zur Geltung. Auch an diesem Tag zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite. Nach einer Mittagspause ging es immer weiter bergab, bis die ersten Weinberge im Ahrtal vor uns lagen. Was fĂŒr ein Anblick! Die Fahrt durch das Ahrtal stoppten wir mehrmals um tolle Fotos zu machen und einfach dieses kleine Anbaugebiet auf uns wirken zu lassen. Dies war noch einmal ein Highlight dieser vier Tage.
In Bad Neuenahr angekommen, machten wir zum Abschluss noch einmal einen Abstecher in ein Eislokal, bis dann jeder die Heimfahrt antrat.

Fazit: Diese Tour war in jeglicher Hinsicht abwechslungsreich. Das Wetter reichte von Dauerregen und 12 Grad bis Sonnenschein pur und 26 Grad. Wir radelten durch tiefe TĂ€ler und erklommen so manche hohen Berge mit so mancher rasanten Abfahrt. Wir fuhren auf ausgespĂŒlten unwegsamen Waldwegen und jagten ĂŒber Fahrradautobahnen, wie es die Bahntrassen sind. Wir sahen ganz viele Wiesen und WĂ€lder bis hin zu Weinbergen, die uns von SĂŒdeuropa erinnerten.

Ein herzlicher Dank gilt vor allem Reiner Kiehn vom ADFC Kreis Groß-Gerau, der diese Tour organisierte und fĂŒhrte, die bei uns wertvolle EindrĂŒcke hinterlassen wird. Die Eifel ist ein vielfĂ€ltiges Gebiet, was es sich zu erkunden lohnt.

An Maria vielen Dank fĂŒr den Tourenbericht.

Bildergalerie









 

423 mal angesehen




Mitglied werden
Radfahren im Kreis Groß-Gerau
hr4-Radtour 2019