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09.04.2019 13:00eingestellt von: Mario Schuller


Fahrradklima-Test 2018: Negativer Trend bei der Fahrradfreundlichkeit

Der vom ADFC im Herbst 2018 bundesweit durchgef├╝hrte achte Fahrradklima-Test ist das wichtigste Stimmungsbarometer zur Fahrradfreundlichkeit deutscher Kommunen und die weltweit gr├Â├čte Befragung von Radfahrenden.
Als ÔÇ×FahrradklimaÔÇť werden Faktoren bezeichnet, die einen Einfluss darauf haben, ob das Radfahren in einer Kommune eher als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Diese Bewertung spielt bei der pers├Ânlichen Entscheidung f├╝r oder gegen das Fahrrad als Verkehrsmittel eine wichtige Rolle.
Zum Fahrradklima z├Ąhlen Elemente wie Fahrrad-Infrastruktur (Radwege, Fahrradparken), Radverkehrsnetz (ist es zusammenh├Ąngend und aufeinander aufgebaut oder ist es St├╝ckwerk), Verkehrssicherheit, Komfort, der Stellenwert oder die Atmosph├Ąre beim Radfahren. Insgesamt wurden hierzu 32 Fragen gestellt, die Antworten wurden nach einem Schulnoten-System ausgewertet.
170.000 Radfahrende beteiligten sich bundesweit. In Hessen waren es 12.700, dies ist eine Steigerung um 23 Prozent gegen├╝ber dem letzten Fahrradklima-Test von 2016. Im Kreis Gro├č-Gerau beteiligten sich 1.200 B├╝rgerinnen und B├╝rger an der Umfrage (Steigerung um 35%). Bundesweit wurden 683 St├Ądte und Gemeinden in verschiedenen Gr├Â├čenklassen bewertet. 71 davon liegen in Hessen, so viele Kommunen wie bisher noch nie.

Welche hessischen St├Ądte sind die fahrradfreundlichsten? Dies sind ├╝ber alle St├Ądtegr├Â├čenklassen hinweg Baunatal (Note 2,67), Kriftel (Note 3,09) und M├Ârfelden-Waldorf (Note 3,17). Und das sind die fahrradunfreundlichsten hessischen St├Ądte: Bad Homburg v.d.H. (Note 4,54), Wiesbaden (Note 4,42) und Kelsterbach (Note 4,39).

M├Ârfelden-Walldorf ist - nach Platz 1 im Jahr 2014 und Platz 2 im Jahr 2016 - diesmal hessenweit auf Platz 3 gelandet (Note 3,17).

Riedstadt ist mit der Note 3,38 auf Platz 7 abgerutscht (2016 Platz 4 mit der Note 3,09).

Ginsheim-Gustavsburg hat ebenfalls die Note 3,38 erreicht und ist damit auf Platz 8 aufgestiegen (2016 Platz 15 mit der Note 3,47).

R├╝sselsheim am Main belegt mit der Note 3,47 Rang 11 und hat sich damit etwas gesteigert (2016 Platz 17 mit der Note 3,49).

Nauheim ÔÇô erstmals in der Auswertung ÔÇô erreichte mit der Note 3,47 Platz 12.

Trebur belegt mit der Note 3,47 einen ├╝berraschenden 13. Rang (2016 Platz 25 mit der Note 3,64).

Bischofsheim und B├╝ttelborn ÔÇô beide ebenfalls erstmals in der Auswertung ÔÇô belegen mit den Noten 3,55 bzw. 3,57 den 17. bzw. 18. Platz.

Die Kreisstadt Gro├č-Gerau erreicht mit der Note 3,59 leider nur noch den 19. Rang. 2016 war es mit der Note 3,07 noch der siebte Platz.

Abgeschlagen nicht nur im Kreis Gro├č-Gerau, sondern hessenweit liegt Kelsterbach mit der Note 4,39 auf Platz 69 (2016 auf Platz 51 mit der Note 4,07).

Alle anderen Kommunen im Kreis sind auf Grund von zu wenig ausgef├╝llten Frageb├Âgen nicht in die Auswertung gekommen.

ÔÇ×Wir stellen mit Bedauern fest, dass die Fahrradfreundlichkeit der Kommunen im Kreis Gro├č-Gerau insgesamt in den letzten Jahren nachgelassen hat. Positiv hebt sich von diesem Trend Ginsheim-Gustavsburg ab. Das muss nicht zwingend hei├čen, dass in den Kommunen viel weniger f├╝r den Radverkehr getan wird. Andere Kommunen in Hessen haben eben im Vergleich mehr getan. Der Kreis Gro├č-Gerau ist gerade dabei, seine Stellung als fahrradfreundlichster Kreis in Hessen zu verlierenÔÇť, stellt Mario Schuller, Vorsitzender des ADFC Kreis Gro├č-Gerau, fest.

Immer mehr Menschen wollen f├╝r ihre Mobilit├Ąt auch das Fahrrad als Verkehrsmittel w├Ąhlen. Gleichzeitig zeigen die Bewertungen, dass sich viele unbehaglich im Stra├čenverkehr f├╝hlen. Die Erwartungen der Radfahrenden an eine sichere Infrastruktur steigen. Mit schmalen, holprigen Bordsteinradwegen oder zugeparkten Schutzstreifen gibt sich heute niemand mehr zufrieden. Wo Verbesserungen eingeleitet wurden, sind Tempo und Umfang der Ma├čnahmen viel zu gering.

Norbert Sanden, Erster Sprecher des ADFC-Ortsverbandes Stadt Gro├č-Gerau sagt: ÔÇ×Die Entwicklung in der Kreisstadt ist alles andere als erfreulich. War Gro├č-Gerau vor ein paar Jahren noch ein Aufsteiger, hat sich die Bewertung jetzt deutlich verschlechtert. Der fast zweij├Ąhrige Stillstand bei der Radverkehrsf├Ârderung macht sich nicht nur auf den Stra├čen, sondern auch bei der Bewertung durch die B├╝rgerinnen und B├╝rger bemerkbar. Die Kluft zwischen den realen Verbesserungen und den Erwartungen wird immer gr├Â├čer, dies gilt nicht nur f├╝r die Kreisstadt.ÔÇť

Radfahrende brauchen mehr Platz. Sie wollen auf breiten, durchg├Ąngigen Radwegen fahren ÔÇô mit ausreichendem Abstand zum Autoverkehr. Dazu m├╝ssen die Verkehrsfl├Ąchen neu aufgeteilt werden und zwar nicht zu Lasten der Fu├čg├Ąnger.

Um die im Fahrradklima-Test deutlich gewordene Kritik in greifbare Forderungen zu ├╝bersetzen, startet der ADFC in diesen Tagen die bundesweite Kampagne #MehrPlatzF├╝rsRad, auch im Landkreis Gro├č-Gerau.

ÔÇ×Der Fahrradklima-Test ist kein Selbstzweck, er ist nicht f├╝r die Schublade gedacht, sondern er soll dazu dienen, Kommunen auf Schwachstellen hinzuweisen. Und der ADFC will sich daf├╝r einsetzen, dass die erkannten M├Ąngel auch beseitigt werdenÔÇť, erkl├Ąrt Norbert Sanden.

Mario Schuller bekr├Ąftigt: ÔÇ×Der ADFC steht im Kreis Gerau wie seit nunmehr 25 Jahren auch weiter den Kommunen beratend zur Seite, um sie dabei zu unterst├╝tzen, fahrradfreundlicher zu werden.ÔÇť






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