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24.12.2010 eingestellt von: Mario Schuller


Vom Bodensee zum Königssee

Acht Tage vom 24. Juli bis 01. August 2004 vom Bodensee zum K√∂nigssee. Dreizehn TeilnehmerInnen legen 470 Kilometer zur√ľck und bew√§ltigen 4.200 H√∂henmeter.

Alle 13 Teilnehmer waren bester Laune und voller Vorfreude auf eine doch nicht so allt√§gliche Tour von West nach Ost ganz im S√ľden Deutschlands. Zun√§chst brauchten aber alle Beteiligten eine ganze Portion Geduld, denn die Anreise per Bahn bedeutete auch still sitzen und nichts tun. So ist es nicht verwunderlich, dass alle wie geplant ab Friedrichshafen los radeln wollten, obwohl es drau√üen inzwischen nieselte und die Gruppe auch bis Lindau mit dem Zug h√§tten fahren k√∂nnen. Dem Bodenseeradweg folgend, fuhre die Gruppe vollkommen eben von Friedrichshafen √ľber Langenargen nach Lindau. Bemerkenswert war, dass trotz des Wetters ganze Familien mit kleinen Kindern mit den R√§dern unterwegs waren. Dick bepackt mit allen Campingutensilien, sogar die Kinderr√§der. Der Nieselregen hielt sich in Grenzen und so rollte die Gruppe gut gelaunt √ľber den Eisenbahndamm auf die Insel Lindau, wo sie dann auch sofort am Bahnhof das erste Hinweisschild vom Bodensee-K√∂nigssee-Radweg sichtete. Nach einem kurzen Stopp am Hafen ginge die Gruppe zu Fu√ü durch die Innenstadt, am wundersch√∂nen alten Rathaus vorbei und schon mit einem Auge immer zum Himmel blickend und mit dem anderen nach einem Cafe Ausschau haltend. Denn was sich am Himmel tat, war nicht allzu beruhigend. Die Gruppe schaffte es denn auch gerade noch, sich bei einem Italiener in der Fu√üg√§ngerzone unter die gro√üen Schirme zu platzieren, als es auch schon in Str√∂men goss. Die Getr√§nke wurden von der Bedienung mit einem Schirm gebracht und G√ľnter bekam sogar noch ein gefrorenes Tiramisu geschenkt, dass er gen√ľsslich verspeiste. Um die Sonne anzulocken, hatten Anja und Joachim zu Hause eine Sonnenblume am Gep√§cktr√§ger befestigt, die lustig beim Fahren hin und her wippte. Leider sollte sie an diesem Tag noch reichlich gegossen werden, denn alle Bem√ľhungen der Gruppe, die einzelnen Schauer in Lindau abzuwarten, f√ľhrten nur dazu, dass der Regen in Dauerregen √ľberging. So legte die Gruppe die restlichen 15 km bis zur Sonne (Gasthof in Hergensweiler) bei str√∂menden Regen zur√ľck, was ihrer Stimmung aber keinen Abbruch tat. Im Lindauer Ortsteil Zech biegt der Bodensee-K√∂nigssee-Radweg vom Bodensee ab, f√ľhrt zun√§chst entlang der Leiblach (Grenzfluss zu √Ėsterreich), dann √ľber Sigmarszell nach Hergensweiler. Dort waren die ersten 42 km und 200 H√∂henmeter der Tour geschafft und auf Grund des Wetters gesteigerten Tempos, waren alle froh, in der Unterkunft zu sein, wo die Gruppe nach einer wohltuenden Dusche ein leckeres Abendessen erwartete.

Am Morgen des zweiten Tages machte der Gasthof Sonne seinem Namen dann doch noch alle Ehre, wobei eigentlich nur die Sonnenblume vom Tag zuvor etwas mitgenommen aussah. F√ľr die Gruppe ging es ja schlie√ülich erst richtig los. Knapp 700 H√∂henmeter und eine Strecke von ca. 59 km standen bis Immenstadt auf dem Programm. Charakteristisch f√ľr die gesamte Tour im h√ľgeligen Alpenvorland ist ein stetiges Auf und Ab der Streckenf√ľhrung, so dass man st√§ndig leichtere und st√§rkere Steigungs- und Gef√§llstrecken im Wechsel hat und sich die H√∂henmeter st√§rker aufsummieren, als man an Hand der Ortsh√∂henangaben annehmen w√ľrde. Auf guten Wegen fuhr die Gruppe √ľber Hergatz, Gestratz und Stiefenhofen nach Oberstaufen, wo sie nach ca. 40 km auf dem zentralen Platz unsere Mittagsrast einlegte. Sonntag kurz nach Mittag wirkte der bekannte Kurort fast wie im Dornr√∂schenschlaf und so hatten einige aus der Gruppe arge Schwierigkeiten im Ort einen D√∂ner zu bekommen, waren aber schlie√ülich doch noch erfolgreich. Nach einer gemeinsamen St√§rkung im Eiscafe, ging es dann streckenm√§√üig einfach weiter, bis der erste See der Tour erreicht wurde, den Gro√üen Alpsee bei Immenstadt. Ab hier sollte die Gruppe endlich komplett sein, da Inge und Lothar erst am Sonntag mit dem Auto anreisten und sie am See auf die Gruppe treffen wollten. In B√ľhl kam es dann zu einem pl√∂tzlichen Autorit√§tsverlust der Tourenleitung und schwuppdiwupp waren alle au√üer der Tourenleitung unterwegs zum Wasser und Inge und Lothar waren trotz Handykontakt auch noch nicht in Sicht. Da es noch recht fr√ľh am Tag und das Wetter einfach herrlich war, konnte die Tourenleiterin die Schwimmer in der Gruppe verstehen, solange sie nicht mit ins Wasser musste. Da Inge eine begeisterte Schwimmerin ist, hatte sie den Rest der Truppe am Ufer schnell ausfindig gemacht und ging mangels Badesachen kurzerhand mit Shorts und T-Shirt in den See. Am Nachmittag traf dann doch endlich die gesamte Gruppe in Immenstadt beim Gasthof Drei K√∂nig ein, wo sie am Abend drau√üen auf dem Marienplatz auch ein nicht allt√§gliches Essen einnahm. Eine besondere Spezialit√§t im Gasthof Drei K√∂nig ist das Kochen mit Heu. Von ausgesuchten Almen bekommt der Chef und gleichzeitig Koch des Hauses Heu, dass er dann zu einer delikaten Heusuppe oder zum legend√§ren Heuparfait mit Pflaumen verarbeitet. Dazu dann noch ein Heuschnaps und schon sind alle G√§ste rundum zufrieden. Schlie√ülich stellte sich f√ľr die Gruppe dann nur noch die Frage: Gibt es nur heute keinen Heu-Tee?

Durch die Heuversorgung vom Vorabend bestens vorbereitet, konnte die Tatsache, dass die Gruppe am dritten Tag bei Mittelberg den h√∂chsten Punkt der Tour mit 1.000 m √ľberschreiten w√ľrden, nicht schrecken. Mit 1.040 H√∂henmetern bergauf und 960 H√∂henmetern bergab bei einer Strecke von 66 km, handelt es sich wohl um den anstrengendsten Teil der Tour. Man wird allerdings beim Blick nach rechts auch immer wieder von einem herrlichen Alpenpanorama belohnt, dass die Gruppe bis zum K√∂nigssee begleiten wird. Auch die Wege sind gr√∂√ütenteils in einem sehr guten Zustand, so dass es Spa√ü macht Rad zu fahren. Trotz der guten Wege hatte Inge allerdings einen Speichenschaden zu beklagen und dieses Problem sollte sie noch weiter verfolgen. Von Immenstadt f√ľhrte die auf dieser Etappe nicht immer gute Beschilderung zun√§chst √ľber Rettenberg zum Rottachsee und dann weiter √ľber Oy nach Maria-Rain, wobei die Gruppe noch oberhalb des Ortes Mittagsrast mit herrlicher Aussicht einlegten. In Maria-Rain f√ľhrt der Weg nach Nesselwang √ľber einen geschotterten Wanderpfad hinab mit einem Gef√§lle von 12 Prozent, der sogar das Schieben des voll beladenen Rades zum Abenteuer werden l√§sst. Kurz hinter Hopferau erreicht man nach ca. 45 km den Hopfensee, die sogenannte Allg√§uer Riviera. Hier legte die Gruppe auf der Seeterrasse eines Cafes eine Kaffeepause ein. Sie zahlte zwar die Preise wie an der Riviera (3,10 Euro f√ľr einen Cappucino), doch hatte sie nicht die dortigen Temperaturen. Den ganzen Tag war es schon bedeckt und ziemlich frisch, was bei den Steigungen allerdings nicht unvorteilhaft war. Die restlichen Kilometer von Hopfen am See bis F√ľssen und Schwangau waren ohne Steigungen zu fahren. In F√ľssen verlie√ü die Gruppe den Bodensee-K√∂nigssee-Radweg, der eigentlich √ľber die Haltestelle der Busse, die zu den K√∂nigsschl√∂ssern fahren, nach Schwangau f√ľhrt. Wenn man nicht vor hat, eines der Schl√∂sser zu besuchen oder bis zur Marienbr√ľcke oberhalb des Schlosses Neuschwanstein zu fahren (zus√§tzliche 200 H√∂henmeter), kann man sich diesen Umweg aber sparen. Die Gruppe fuhr deshalb direkt am Forggensee entlang bis Schwangau, um im Gasthof Zur Post Quartier zu beziehen. Kaum in den Zimmern angekommen, fing es an zu regnen, das war wirklich gutes Timing. Beim Hanselewirt lie√ü sich die Gruppe dann mit einem guten Abendessen verw√∂hnen. Nachdem eine Mitradlerin (nennen wir sie hier kurz M.) der Bedienung auf den Zahn gef√ľhlt hatte, ob es denn wohl Spaghetti mit So√üe geben w√ľrde, die nicht auf der Karte standen und diese Frage bejaht wurde, konnte M. beruhigt die Matjes bestellen, die sie schon vorher ins Auge gefasst hatte. Tja, manchmal ist es einfach gut zu wissen, was man h√§tte haben k√∂nnen...

Eine Etappe der Wunder, Abenteuer und der leckeren Kuchen. Am vierten Tag erwartete die Gruppe eine Strecke von 73 km, mit 470 H√∂henmetern bergauf und 640 H√∂henmetern bergab, bei meist bew√∂lktem und manchmal sonnigem Wetter. Von Schwangau aus, mit einem traumhaften Blick zur√ľck auf die Schl√∂sser Neuschwanstein und Hohenschwangau, am Bannwaldsee vorbei, erreicht man hinter Trauchgau einen ziemlich langen Streckenabschnitt mit geschottertem Weg, der zun√§chst stetig bergauf f√ľhrt. In diesem Abschnitt gelangte die Gruppe an ein Bachbett √ľber das keine Br√ľcke f√ľhrte. So hie√ü es zun√§chst das aufgew√ľhlte Schotterbett und dann den Bachlauf mit den bepackten R√§dern zu durchqueren. Verschiedene L√∂sungsstrategien waren schnell gefunden und teilweise ebenso schnell wieder verworfen worden (teils mit, teils ohne nasse F√ľ√üen). Aber am Ende waren alle auf der anderen Seite und die Bildermacher in der Gruppe um einige Schnappsch√ľsse reicher. Und auch die, die sich nasse F√ľ√üe geholt hatten, konnten schlie√ülich anderen Radfahrern, die den Bach erreichten, gute Ratschl√§ge erteilen und/oder sich √ľber deren Bem√ľhungen am√ľsieren. Die zweite Querung, die kurz danach auftauchte, war auf Grund der gemachten Erfahrungen dann auch schnell √ľberwunden. In Bad Kohlgrub machte die Gruppe dann nach ca. 35 km im Kurgarten Mittagsrast, aber nicht ohne sich vorher bei einer erstklassigen B√§ckerei zu versorgen (Omas K√§sekuchen erfreute sich zurecht starker Beliebtheit). Nach Bad Kohlgrub verliert man √ľber Grafenaschau (schlechte Wegstrecke und schlecht beschildert) bis Eschenlohe stark an H√∂he (ca. 200 H√∂henmeter), bevor es ruhiger weitergeht √ľber Ohlstadt und Gro√üweil nach Kochel am See. Ein Sturz von Margret war an diesem Tag zum Gl√ľck ohne Folgen geblieben, aber daf√ľr hatte Inge wieder Probleme mit ihrem Achter, so dass Lothar und Inge in Kochel am See sofort ein Fahrradgesch√§ft aufsuchten, um neue Speichen zu erstehen, um dann im nahe gelegenen Hotel Waltraud Quartier zu beziehen. Auf diese Weise haben sie nicht das sogenannte "Wunder von Kochel" erleben d√ľrfen, dass die anderen Tourenteilnehmer beim Kaffeetrinken am See tief beeindruckt hat und an das sie immer zur√ľckdenken werden, wenn sie irgendwo gedankenverloren in einer Latte Macciato r√ľhren. An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankesch√∂n an das Team vom Hotel Waltraud, dass ihren freien Abend geopfert hat, um der Gruppe ein prima Abendessen zu servieren. Hier wird Gastfreundschaft noch gro√ü geschrieben.

Nachdem es am Tag zuvor doch sehr viel bergab ging, sollte sich das auf der f√ľnften Etappe wieder √§ndern. 64 km Radstrecke lagen vor der Gruppe, mit ca. 800 H√∂henmetern bergauf und ca. 570 H√∂henmetern bergab. Auf gut zu fahrenden Schotterwegen ging es zun√§chst bis Benediktbeuern, wo das dortige Kloster, direkt am Radweg gelegen, zu einem Besuch einlud. Es handelt sich um eine sehr gro√üe und gepflegte Klosteranlage, in der sich heute vor allem der Bildung und Erziehung junger Menschen gewidmet wird. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es im kleinen Benediktbeuern zwei Hochschulen und ein breit gef√§chertes Bildungsangebot gibt. √úber Bad Heilbrunn erreichte die Gruppe nach ca. 26 km Bad T√∂lz, einpr√§gsam vor allem durch seine L√ľftlmalereien, denn jedes Haus in der Fu√üg√§ngerzone ist pr√§chtig im Stil der Barock- und Rokokozeit bemalt. Hier nutzte die Gruppe auch die Gelegenheit, sich f√ľr die Mittagspause zu versorgen. Allerdings hatte sie da noch das beschwerlichste St√ľck der Etappe vor sich. Erst kurz vor der Abfahrt nach Gmund und nach 200 H√∂henmetern Aufstieg konnte die Gruppe sich bei herrlichem Sonnenschein zu einer Rast niederlassen. In Serpentinen ging es zuvor kurz hinter Marienstein zum sch√∂n gelegenen Golfplatz hinauf, durch den der Radweg mitten hindurch f√ľhrt und deshalb auch im Radf√ľhrer vor umherfliegenden Golfb√§llen gewarnt wird. Da sieht man es aber mal wieder, wohl dem, der einen Helm tr√§gt! Kurz nach der Rast wurde die Gruppe dann mit einem traumhaften Blick hinab auf den Tegernsee f√ľr die M√ľhen belohnt, der im Sonnenschein glitzerte. In rasanter Fahrt ging es dann hinab nach Gmund am Tegernsee, in der die Gruppe eine "Zwangspause" einlegten, da sich die Situation mit Inges Achter wieder verschlimmert hatte. W√§hrend sie eine Werkstatt aufsuchte, genoss der Rest der Gruppe zwischenzeitlich die Freuden eines Eissalons. Auf dem Weg zum Schliersee galt es dann noch einmal eine Steigung von ca. 130 H√∂henmetern zu √ľberwinden, bevor die meisten der Gruppe sich Freude strahlend ins k√ľhle Nass des Schliersees st√ľrzen konnten und alle froh waren, dass auch der heutige Sturz von Hubert ohne Folgen geblieben war. Direkt hinter dem Schliersee hatte die Gruppe dann auch mit Neuhaus und dem G√§stehaus Hubertus das Etappenziel erreicht. Im Restaurant K√∂gl lie√ü man den Tag dann gem√ľtlich bei gutem Essen ausklingen.

Sch√∂nes, aber k√ľhles, sonniges Wetter und auch teilweiser starker Gegenwind - das waren die Bedingungen f√ľr die sechste Etappe, die stark durch eine Abfahrt gepr√§gt wurde. Ca. 65 km trennte die Gruppe vom Chiemsee, mit 400 H√∂henmetern hinauf und 680 H√∂henmetern hinab. Zun√§chst einmal fuhr die Gruppe im gewohnten Auf und Ab auf guten Wegen die Strecke √ľber Fischbachau, Hundham bis ein St√ľck hinter Nicklasreuth. Dort beginnt eine traumhafte Abfahrt, in deren Verlauf man bis nach Au auf einer asphaltierten Stra√üe ca. 300 H√∂henmeter verliert. Der Haken an der Sache ist nur, dass schon bald am Beginn der Abfahrt der eigentliche Radweg in Karrenhub abzweigt und nicht durch Au verl√§uft. W√§hrend 11 aus der Gruppe wie im Rausch die Abfahrt hinunter jagten und f√ľr die Wahrnehmung von Schildern nicht mehr zu haben waren, hatten nur Anja und Margret den Abzweig gesehen und waren stehen geblieben. Unten in Au angekommen klingelte prompt das Handy der Tourenleitung und man einigte sich auf einen Treffpunkt kurz vor Bad Feilnbach und zum Gl√ľck war die Gruppenzusammenf√ľhrung nicht mit zu √ľberwindenden H√∂henmetern verbunden. W√§hrend Anja und Margret den korrekten Weg nahmen, folgte der Rest der Truppe einem hilfsbereiten, aber √§u√üerst merkw√ľrdig motorisierten Einheimischen, der die 11er-Gruppe wieder auf den rechten Pfad brachte und kurz danach war die Gruppe wieder komplett. Nachdem man nach ca. 40 km bei Neubeuern den Inn √ľberquert hat, f√§ngt das Gel√§nde wieder zu steigen an. Die Gruppe legte daher zun√§chst einmal in Rohrdorf hinter Neubeuern unsere Mittagsrast mit gutem Essen im Gasthof Zur Post ein. Diese Pause wurde dann noch unfreiwillig verl√§ngert, da Margret pl√∂tzlich feststellen musste, dass ihr Reifen platt war und so wurde erst einmal in Windeseile und im Teamwork der Schlauch gewechselt. Das St√ľck zwischen Rohrdorf und Frasdorf stellte sich als ziemlich unangenehm heraus, da man mit einer permanenten Steigung und Gegenwind zu k√§mpfen hatte und das mit vollem Magen. Aber auch dieser Anstieg wurde geschafft. Dann war es √ľber Aschau nach Bernau nicht mehr weit. Nach der Einquartierung im Gasthof Kartoffel, machte sich die Gruppe dann leicht wie die Federn, da pl√∂tzlich ohne belastendes Gep√§ck, mit Badezeug auf zum Chiemsee. Nachdem sie eine √§u√üerst stark befahrene Stra√üe endlich hinter uns gelassen hatte, waren fast alle (bis auf die wasserscheue Tourenleitung) froh, ins Wasser zu k√∂nnen, obwohl der Wind das ganze zu einem doch eher frischen Vergn√ľgen machte. Zur√ľck ging es dann √ľber ruhigere Wege nach Bernau, wo die Gruppe abends dann noch im Gasthaus Kampenwand vorz√ľglich verpflegt wurden. Es l√§uft einem jetzt noch beim Gedanken an den Marillen-Pallatschinken das Wasser im Mund zusammen !!!

Bei einer Strecke von 69 km halten sich bei der siebten Etappe die Steigungen und Abfahrten fast die Waage. Bei wundersch√∂nem Sommerwetter ging es 430 H√∂henmeter hinauf und 500 H√∂henmeter hinab. Da die Wege durchweg in gutem Zustand sind, l√§sst sich die Etappe locker fahren. Zwischen Bernau, Grassau und Bergen f√ľhrt der Weg ohne nennenswerte Steigungen an der malerischen Alpenkulisse vorbei. Bis Siegsdorf sind dann ca. 100 H√∂henmeter zu absolvieren, bevor es von dort an der Traun entlang nach Traunstein weiter geht. Nach ca. 32 km verbrachte die Gruppe dort am Ufer der Traun ihre Mittagsrast, wobei sich Monika etwas zu weit ins Wasser wagte, so dass sich ihr Radhoseneinsatz sofort voll Wasser sog und ihrem Gesicht klar abzulesen war, welch ein Gef√ľhl das wohl gewesen sein mag. √úber Teisendorf erreichte die Gruppe dann das Naturschutzgebiet H√∂glw√∂rth, mit der idyllisch gelegenen Klosterburg Peter und Paul. Einige der Mitradler zeigten bei der Hitze aber dann doch eher Interesse am Biergarten, als an der Natur. Man muss eben Priorit√§ten setzen. Ein energisches Klingeln der Tourenleitung veranlasste dann aber doch wieder den gemeinsamen Aufbruch und so erreichte man schon bald das n√§chste Ziel, Piding. Dort erwartete die Gruppe zum einen der Adidas-Werksverkauf und zum anderen das Caf√© Alpenblick, mit den wohl gr√∂√üten Erdbeer-Sahne-Tortenst√ľcken, die man je gesehen hat (man braucht Essteller, um dieser F√ľlle Herr zu werden). Von Piding bis Bad Reichenhall war es dann nur noch ein kurzes St√ľck und schon bald bezog die Gruppe ihre Zimmer in der Pension Almrausch. Nach einer erfrischenden Dusche machte man sich dann in die Innenstadt auf, vorbei an den k√ľhlenden Gradierwerken und den rausgeputzten Gesch√§ften. Bad Reichenhall ist eine Welt f√ľr sich und hier scheint das Kuren tats√§chlich noch hoch im Kurs zu stehen. Auf der Terrasse des Restaurants Falterkutsche lie√ü die Gruppe dann bei gutem Essen den Tag gem√ľtlich ausklingen und bei einem Plausch mit dem Wirt, bekam man noch einen hei√üen Tipp, wo man in Sch√∂nau essen gehen kann.

Der Bodensee-K√∂nigssee-Radweg ging langsam zu Ende und die Gruppe machte sich auf zur letzten, achten Etappe ihrer Tour. Nur noch 25 km trennte sie vom K√∂nigssee, aber die hatten es noch einmal in sich. 360 H√∂henmeter hinauf und 220 H√∂henmeter hinab und das bei Sonne pur. Schon nach den ersten 6 km bis Pompoint hatte die Gruppe 200 H√∂henmeter geschafft und von hier aus ging es dann aber einfacher weiter √ľber Bischofswiesen nach Berchtesgaden, dessen Besuch f√ľr den n√§chsten Vormittag vorgesehen war. Innerhalb von Berchtesgaden f√ľhrt die Stra√üe steil zum Bahnhof hinunter, bevor man dort auf die K√∂nigsseer Ache trifft. Da die Gruppe aber zun√§chst einmal zum G√§stehaus Gregory in Sch√∂nau wollte, folgte sie nicht dem Bachlauf, sondern nahm die √§u√üerst steile Stra√üe nach Sch√∂nau hinauf. Hier konnte jeder, der von Steigungen noch nicht genug hatte, sich noch einmal austoben. Schwitzend, aber froh, fast am Ziel zu sein, bezog die Gruppe gegen Mittag ihre Zimmer bei der √§u√üerst gastfreundlichen Familie Fuchslechner. Nach einer halbst√ľndigen Pause ging es dann ohne Gep√§ck zum K√∂nigssee, wo die Gruppe dann auch vor den Anlegern der K√∂nigsseeschiffer das obligatorische Gruppenfoto machte. Geschafft! Die 470 wundersch√∂nen, wenn auch anstrengenden Kilometer zwischen dem Bodensee und dem K√∂nigssee lagen hinter der Gruppe und das gemeinsam mit einer tollen Truppe und wenigen Pannen. Rundum eine sch√∂ne "Erfahrung". Der Radweg f√ľhrte jetzt nicht mehr weiter und so wechselte die Gruppe die Verkehrsmittel f√ľr den Nachmittag. Die Gruppe teilte sich. W√§hrend die einen mit einem der Elektroboote zur Wallfahrtskirche St. Bartholom√§ √ľber den K√∂nigssee schippern wollten, so zogen es die anderen vor, nun doch endlich einmal auf einen Berg hinauf zu fahren und nicht nur daran vorbei. Diese Gruppe begab sich also zur Seilbahn am Jenner und fuhr √ľber die Mittelstation hinauf zur Bergstation, um nach einem kurzen Aufstieg vom Gipfel aus einen schier √ľberw√§ltigenden Blick auf den K√∂nigssee zu haben. Abends machten dann wieder alle gemeinsam einen Spaziergang zum Gr√ľnsteinst√ľberl, wo die Gruppe das letzte Abendessen der Tour erwartete und lie√ü dann sp√§ter am Abend auf der Terrasse des Gasthauses Gregory die Tour ausklingen. So hie√ü es dann auch schon an diesem Abend von Mario und Hubert Abschied nehmen, die fr√ľh am n√§chsten Tag schon zu ihrer Alpen√ľberquerung auf der Via Claudia Augusta aufbrechen wollten.

Am n√§chsten Morgen lie√ü man denn auch Inge und Lothar zur√ľck, die ja ihr Auto in Immenstadt stehen hatten und der Rest der Gruppe machte sich auf, um Berchtesgaden zu erkunden, bevor sie mit der Bahn ihre Heimreise antrat.

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