MehrPlatzF├╝rsRad-Kopfbild
22.01.2012 eingestellt von: Mario Schuller


Vulkan-Seen-Tour

Drei Tage vom 07. bis 09. Juni 2002 durch den Vogelsberg. F├╝nf Teilnehmer legen knapp 190 Kilometer zur├╝ck.

Nach einer knapp einst├╝ndigen S-Bahnfahrt startete die Tour um 10 Uhr des 07. Juni am Hanauer Bahnhof. Es war bew├Âlkt und deshalb ging ein Blick des ├Âfteren gen Himmel, in der Hoffnung, da├č es trocken bleibt und ÔÇô um es vorweg zu nehmen ÔÇô es blieb trocken. Von Hanau bis R├╝ckingen folgten wir dem Hessischen Radfernweg R3, von Steigungen noch weitestgehend verschont. Auf einem n├Ârdlich der B40 gelegenen Radweg f├╝hrte die Tour weiter nach Langenselbold. Dort angekommen nahm ein Teil der Gruppe in einem Supermarkt Verpflegung f├╝r die Mittagsrast auf. Die Strecke von Langenselbold bis B├╝dingen (├╝ber H├╝ttenges├Ą├č, Altwiedermu├č, Diebach, Vonhausen) war beispielhaft f├╝r Radfahrer ausgeschildert. Zwar sind in die Streckenf├╝hrung auch Land- oder Kreisstra├čen einbezogen, die aber gr├Â├čtenteils wenig befahren sind. Da dieser Streckenteil durch das Ronneburger H├╝gelland f├╝hrte, vorbei an der im 13. Jahrhundert erbauten Ronneburg, waren die ersten Steigungen zu bew├Ąltigen, die aber als Ausgleich auch die eine oder andere Abfahrt zur Folge hatten. In der N├Ąhe des B├╝dinger Schlo├čes wurden dann die zuvor eingekauften bzw. von zu Hause mitgebrachten Lebensmittel verspeist ÔÇô Mittagsrast also. Die Pause wurde auch zu einem Gang ├╝ber das Schlo├čgel├Ąnde, in dem heute eine Hotel untergebracht ist, genutzt. Mit einer Fahrt durch die B├╝dinger Altstadt wurde die Tour fortgesetzt. Zun├Ąchst Richtung Norden fahrend verlie├čen wir B├╝dingen. Wenige hundert Meter hinter dem Ortsausgang folgte aber schon wieder eine Richtungs├Ąnderung. Zun├Ąchst am K├Ąlberbach entlang fuhren wir Richtung Michelau. An einer am Ende eines Anstieges gelegenen H├╝tte legten wir eine verdiente Pause ein. In Michelau angekommen folgten wir wieder einem f├╝r Radfahrer ausgeschilderen Weg nach Bindsachsen. Weiter ging es auf einer Landstra├če (L3193) nach Wenings und anschlie├čend (wieder f├╝r Radfahrer ausgeschildert) ├╝ber Sch├Ânhausen nach Ober-Seemen. Dort stand dann eine Kaffee-Pause auf dem Programm. Nachdem der Kuchen (nur der bestellte, versteht sich) aufgegessen und der Kaffee leergetrunken war, setzten wir die Fahrt zun├Ąchst auf einer Landstra├če (L3010) und dann auf einer Bundesstra├če (B275/B276) ├╝ber Volkartshain nach Hartmannshain fort. Hier beginnt (oder endet) der Vulkanradweg, einem auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse angelegten, sehr gut beschilderten Radweg. Auf diesem Weg legten wir die letzten 15 Kilometer bis zu unserem Etappenziel teils rollend (auf Grund des Gef├Ąlles) teils fahrend zur├╝ck. Nach knapp f├╝nf Stunden Fahrtzeit und 80 Kilometern kamen wir gegen 18 Uhr am Gasthof ÔÇ×Zum FelsenmeerÔÇť, der uns f├╝r zwei Tage bzw. N├Ąchte als Unterkunft diente, in Ilbeshausen-Hochwaldhausen an. Wir wurden bereits freudig erwartet. Nach einer erfrischenden Dusche lie├čen wir den Tag bei k├╝hlen Getr├Ąnken und einem guten Essen in fr├Âhlicher Runde ausklingen.

Trotz gegenteiliger Vorhersagen war das Wetter auch am zweiten Tag gut, um nicht zu sagen sehr gut. Bis auf die eine oder andere Wolke war es ├╝berwiegend sonnig, bestes Radlwetter also. Die ersten Kilometer bis Crainfeld legten wir auf dem Vulkanradweg zur├╝ck. Aber schon nach rund einem Kilometer wurde die Fahrt j├Ąh unterbrochen. Panne. Plattfu├č. Ohne lange nach einem Loch zu suchen wurde ein neuer Schlauch eingebaut und nach einer knappen halben Stunde konnten wir die Fahrt fortsetzen. In Crainfeld angekommen versorgte sich die eine oder der andere mit Getr├Ąnken oder auch mit einer Tageszeitung. N├Ąchstes Ziel war der Nieder-Mooser-Teich (als ein Teil der Vogelsberg-Teiche) und dazu mu├čte die erste gr├Â├čere Steigung ├╝ber den Maienberg ├╝berwunden werden. Doch bevor es soweit war gab es wieder einen Plattfu├č zu beklagen. Zu allem ├ťberflu├č auch noch am Hinterrad. Und diesmal mu├čte auf Grund eines fehlenden Ersatzschlauches das Loch geflickt werden. Aber in Gruppenarbeit wurde auch dieses Problem gel├Âst. Am Nieder-Mooser-Teich war die Zeit der Fauna- und Flora-Freunde gekommen. Hier konnten sie entdecken und Wissen austauschen. Die Tour f├╝hrte uns weiter n├Ârdlich am Nieder-Mooser-Teich entlang und ├╝ber Kreis- und Landstra├če (K99, L3181) zum Ober-Mooser-Teich. Diesen unter Naturschutz stehenden Teich umrundeten wir, bevor wir wieder auf die Landstra├če (L3181) stie├čen, der wir bis Bermuthshain folgten. Dort stand uns der n├Ąchste gr├Â├čere Anstieg bevor. Zum Wei├čen Stein f├╝hrt zun├Ąchst ein asphaltierter Weg, der sich trotz der Steigung gut fahren l├Ą├čt (selbst mit einem 3-Gang-Rad). Der Fahrspa├č wurde merklich niedriger, als der Belag in Schotter wechselte, was den einen oder anderen veranlasste, das Fahrrad zu schieben. Auf dem Wei├čen Stein befindet sich der aus Windkraftanlagen verschiedener Leistung und verschiedener Firmen bestehende ÔÇťWindenergiepark VogelsbergÔÇŁ (bei Hartmannshain). Auf einer Tafel sind die Entstehung des Parkes, Details der Windkraftanlagen und die aktuell produzierte Leistung anschaulich dargestellt. Das n├Ąchste Ziel, das uns auch zur Mittagsrast dienen sollte, war der Bergrasthof ÔÇ×Herchenhainer H├ÂheÔÇť (680 m ├╝NN), von wo man bei gutem Wetter einen sch├Ânen Ausblick genie├čen kann. Wenngleich die K├╝che auf Grund der fortgeschrittenen Zeit ÔÇô es war inzwischen 14.30 Uhr ÔÇô bereits geschlossen war, wurde uns von einer ├╝beraus freundlichen Bedienung noch ein wohlschmeckender Salat und ein k├Âstlicher Apfelstrudel serviert. Alles in allem also ein lohnenswertes Ziel. Der H├Âhepunkt des Tages (im wahrsten Sinne des Wortes) war der Hoherodskopf mit 764 m H├Âhe. Der Weg dorthin f├╝hrte uns nahezu auschlie├člich durch Wald und auch die Steigungen hielten sich wegen der bereits erreichten H├Âhe in Grenzen. Auf dem zweith├Âchsten Berg des Vogelsberges angekommen, besuchten wir zun├Ąchst das Naturinformationszentrum, das detailiert die Tier- und Pflanzenwelt des ehemaligen Vulkans erl├Ąutert. Anschlie├čend genossen wir bei sch├Ânstem Wetter den Ausblick, bevor es mit mehr oder weniger rasanter Fahrt hinunter nach Ilbeshausen ging. Wie schon am Abend zuvor lie├čen wir bei gutem Essen und erfrischenden Getr├Ąnken den Tag nach einer Leistung von 43 zur├╝ckgelegten Kilometern - aber auch einigen H├Âhenmetern - ausklingen.

Auch am dritten und letzten Tag unserer Tour war das Wetter besser, als es die Prognosen aussagten. Sonne satt. Nun waren wir uns endg├╝ltig sicher: Auch Petrus war an diesem Wochenende mit dem Fahrrad unterwegs. Die ersten Kilometer dieser Etappe legten wir auf dem Vulkanradweg zur├╝ck. Bei Herbstein bestaunten wir die Reste eines Galgens des ehemaligen fuldischen Hochgerichts Herbstein, der im Jahre 1709 errichtet wurde. Kurz vor Lauterbach besichtigten wir - von au├čen - das Schlo├č Eisenbach. Die im Privatbesitz der Riedesel befindliche Burg wurde im Jahr 1217 erstmals urkundlich erw├Ąhnt. In Lauterbach angekommen, lie├čen wir uns - in der Altstadt sitzend - einen sch├Ânen Eisbecher schmecken. Um die Kalorien zumindest teilweise wieder loszuwerden, schwangen wir uns nach der Pause wieder auf┬┤s Fahrrad und folgten dem Hessischen Radfernweg R7a bis Schlitz. Dieser Radweg f├╝hrt streckenweise ├╝ber eine ehemalige Eisenbahntrasse. Nach dem Eintreffen in Schlitz unternahmen wir eine kleine Besichtigungstour durch die sehenswerte Altstadt. Anschlie├čend lie├čen wir uns zur Mittagsrast an einem Tisch des Gasthause ÔÇ×Altdeutsche StubenÔÇť (Bett & Bike-Betrieb) nieder. Nach einem ausgezeichneten Essen nahmen wir die letzten Kilometer bis Fulda in Angriff. Diese legten wir auf dem Hessischen Radfernweg R1 zur├╝ck, dessen Qualit├Ąt stellenweise sehr zu w├╝nschen ├╝brig l├Ą├čt. In der Barockstadt Fulda angekommen, 65 Kilometer nach dem Start in Ilbeshausen, wunderten wir uns zun├Ąchst ├╝ber die Menschenmassen. Hatte sich unser Eintreffen herumgesprochen? Plakate kl├Ąrten uns dann aber auf: Bonifatiusfest. In einem Caf├ę mit Blick auf das Stadtschlo├č g├Ânnten wir noch einmal eine Pause bei Kaffee und Kuchen.
Gegen 18 Uhr traten wir dann per Bahn die Heimreise nach R├╝sselsheim an.

Nicht nur auf Grund des guten Wetters, sondern auch der zahlreichen landschaftlichen und baulichen Sehensw├╝rdigkeiten wegen, sowie der guten Stimmung innerhalb der Gruppe, war die Entt├Ąuschung, da├č die Tour schon vorbei sein soll, nicht verwunderlich. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.

Bildergalerie










 

1403 mal angesehen




Mitglied werden
Radfahren im Kreis Gro├č-Gerau
Stadtradeln