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16.03.2021 18:10eingestellt von: Mario Schuller


ADFC-Fahrradklima-Test 2020 - Fahrradklima durchwachsen

Der ADFC wollte wieder wissen, ob Radfahren in deutschen Kommunen Spa├č oder Stress bedeutet und wie B├╝rgerinnen und B├╝rger die Fahrradfreundlichkeit vor Ort einsch├Ątzen. 230.000 Radfahrende (35% mehr als 2018) beteiligten sich im vergangenen Herbst bundesweit am neunten ADFC-Fahrradklima-Test, 20.000 davon in Hessen (Steigerung um 50%) und 1.200 im Kreis Gro├č-Gerau (unver├Ąndert gegen├╝ber 2018). Schon die hohe Beteiligung ist ein Erfolg: Mit 108 St├Ądten und Gemeinden kamen in Hessen so viele Kommunen in die Wertung wie bisher noch nie. Im Kreis Gro├č-Gerau kamen dieselben Kommunen in die Auswertung wie 2018.
Der Teilnahmerekord beim ADFC-Fahrradklima-Test zeigt, wie wichtig der Radverkehr f├╝r die Mobilit├Ąt der B├╝rgerinnen und B├╝rgern geworden ist. Sei es wegen Corona, der Klimakrise oder aus dem Wunsch nach lebenswerteren St├Ądten heraus: Radfahren ist jetzt ├╝berall ein Megathema. Die Bedingungen f├╝r den Radverkehr zu verbessern, geh├Ârt heute zu den gro├čen Aufgaben der Politik.

Eine klare Tendenz hinsichtlich einer Verbesserung oder Verschlechterung l├Ąsst sich f├╝r die Kommunen in Hessen nicht angeben. Allerdings kommen diesmal sehr viele kleinere und mittlere Kommunen erstmals in die Wertung des Fahrradklima-Testes, die ├╝berwiegend unterdurchschnittlich abschneiden. Insgesamt entsteht so ein eher ged├Ąmpftes Stimmungsbild f├╝r Hessen. Der Handlungsbedarf in den allermeisten Kommunen ist nach wie vor sehr hoch. ÔÇ×Die Erwartungen der Radfahrenden an eine sichere Infrastruktur steigen. Mit schmalen, holprigen Bordsteinradwegen oder zugeparkten Schutzstreifen gibt sich heute niemand mehr zufrieden. Wo Verbesserungen eingeleitet wurden, sind Tempo und Umfang der Ma├čnahmen noch viel zu geringÔÇť, erl├Ąutert Mario Schuller, Vorsitzender des ADFC Kreis Gro├č-Gerau.
Die im Kreis Gro├č-Gerau in die Auswertung gelangten Kommunen wurden gegen├╝ber 2018 unterschiedlich bewertet. Vereinzelt wurden sie besser bewertet, vereinzelt schlechter und wiederum vereinzelt gleich bewertet wie 2018.

EU, Bund und Land Hessen stellen vielf├Ąltige F├Ârdermittel bereit, die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilit├Ąt Hessen (AGNH) hat viel R├╝stzeug zur Planung entwickelt und sie bietet zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen an: ÔÇ×Finanziell und konzeptionell waren die Voraussetzungen f├╝r eine Verbesserung des Fahrradklimas noch nie so gut wie heute. Die Kommunen m├╝ssen diese Chance nun auch am Schopf packen. Am Geld und an Kenntnissen muss eine gute Rad-Infrastruktur heute in Hessen nicht mehr scheitern. Jetzt kommt es auf den politischen Willen in den Rath├Ąusern anÔÇť, erkl├Ąrt Schuller.

Ergebnisse im Einzelnen

Welche hessischen St├Ądte sind die fahrradfreundlichsten? Dies sind ├╝ber alle St├Ądtegr├Â├čenklassen hinweg Baunatal (Note 2,4), M├Ârfelden-Waldorf (Note 3,1) und Ginsheim-Gustavsburg (Note 3,1).

Stadtgr├Â├čenklasse 50.000 - 100.000 Einwohner

R├╝sselsheim, in der Stadtgr├Â├čenklasse 50.000 - 100.000 Einwohner in den Jahren 2012, 2014, 2016 und 2018 fahrradfreundlichste Stadt in Hessen, ist nun hessenweit auf Platz 2 hinter Marburg gelandet (Note 3,6). Besonders positiv wurden die zur Verf├╝gung stehenden ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV und das Fahren auf Radwegen und Radfahrstreifen bewertet. Negative Benotung haben die Themen Fahrraddiebstahl, Falschparkerkontrollen auf Radwegen und Fahrradabstellanlagen erhalten.

Stadtgr├Â├čenklasse 20.000 - 50.000 Einwohner

M├Ârfelden-Walldorf, in der Stadtgr├Â├čenklasse 20.000 - 50.000 Einwohner in den Jahren 2012 und 2014 fahrradfreundlichste Stadt in Hessen, hat ÔÇô nach Platz 2 in den Jahren 2016 und 2018 ÔÇô hessenweit erneut Platz 2 erreicht; hinter Baunatal (Note 3,1). Besonders positiv haben B├╝rgerinnen und B├╝rger die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung, die Werbung f├╝r den Radverkehr, sowie die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV bewertet. Negativ bewertet wurden die Themen Fahrraddiebstahl, nicht vorhandene ├Âffentliche Fahrr├Ąder und Konflikte mit Kraftfahrzeugen.

Riedstadt ist ÔÇô nach Platz 2 im Jahr 2012 hinter M├Ârfelden-Walldorf, Platz 9 im Jahr 2014, Platz 4 im Jahr 2016 und Platz 5 im Jahr 2018 ÔÇô hessenweit auf Platz 4 gelandet (Note 3,5). Besonders positiv wurden die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung und der Spa├č beim Radfahren bewertet. Negative Benotung haben die nicht vorhandenen ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, Fahrradabstellanlagen und die fehlende Fahrradf├Ârderung in der j├╝ngeren Vergangenheit erhalten.

Gro├č-Gerau, wo derzeit ein Radentscheid durchgef├╝hrt wird, ist ÔÇô nach Platz 4 im Jahr 2014, Platz 7 im Jahr 2016 und Platz 9 im Jahr 2018 ÔÇô hessenweit auf Platz 11 zur├╝ckgefallen (Note 3,7). Besonders positiv haben die B├╝rgerinnen und B├╝rger die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung und die Fahrradabstellanlagen bewertet. Negative Bewertung haben die nicht vorhandenen ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, das Thema Fahrraddiebstahl und Konflikte mit Kraftfahrzeugen erhalten.

Stadtgr├Â├čenklasse < 20.000 Einwohner

Ginsheim-Gustavsburg ist ÔÇô nach Platz 15 im Jahr 2016 und Platz 3 in Jahr 2018 ÔÇô nun fahrradfreundlichste Stadt in Hessen in der Stadtgr├Â├čenklasse < 20.0000 Einwohner (Note 3,1). Besonders positiv wurden die seit einigen Monaten zur Verf├╝gung stehenden ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, Werbung f├╝r den Radverkehr, sowie die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV bewertet. Negative Benotung haben die Themen Konflikte mit Fu├čg├Ąngern, Falschparkerkontrollen auf Radwegen und Fahrraddiebstahl erhalten.

Trebur ist ÔÇô nach Platz 23 im Jahr 2016 und Platz 6 in Jahr 2018 ÔÇô hessenweit auf Rang vier gestiegen (Note 3,2). Besonders positiv wurden die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, der Winterdienst auf Radwegen und die Breite der Radwege bewertet. Negative Benotung haben die nicht vorhandenen ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, Fahrradabstellanlagen und das Thema Werbung f├╝r das Radfahren erhalten.

B├╝ttelborn hat ÔÇô nach Platz 9 im Jahr 2018 ÔÇô hessenweit erneut Rang neun erreicht (Note 3,5). Besonders positiv haben die B├╝rgerinnen und B├╝rger die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung und die Breite der Radwege bewertet. Negative haben B├╝rgerinnen und B├╝rger die nicht vorhandenen ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, sowie die Themen Fahrradf├Ârderung in der j├╝ngeren Vergangenheit und Werbung f├╝r das Radfahren bewertet.

Nauheim, 2018 erstmals die Auswertung beim Fahrradklima-Test mit der Note 3,5 und Platz 5 erreicht, ist hessenweit auf Rang 16 zur├╝ckgefallen (Note 3,8). Positiv haben die B├╝rgerinnen und B├╝rger die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung und die Erreichbarkeit der Ortsmitte bewertet. Negative Bewertung haben die nicht vorhandenen ├Âffentlichen Fahrr├Ąder, sowie die Themen Fahrradf├Ârderung in der j├╝ngeren Vergangenheit und Werbung f├╝r das Radfahren bewertet.

Bischofsheim, ebenfalls 2018 erstmals die Auswertung beim Fahrradklima-Test mit der Note 3,5 und Platz 8 erreicht, ist hessenweit auf Platz 20 zur├╝ckgefallen (Note 3,8). Positiv wurden die M├Âglichkeit der Fahrradmitnahme im ├ľPNV, die ├ľffnung der Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung und Ampelschaltungen f├╝r den Radverkehr bewertet. Negative Benotung haben die Themen Fahrraddiebstahl, Fahrradabstellanlagen und Fahrradf├Ârderung in der j├╝ngeren Vergangenheit erhalten.

Kelsterbach ist ÔÇô nach Platz 39 im Jahr 2014, Platz 42 im Jahr 2016 und Platz 25 im Jahr 2018 ÔÇô zwar hessenweit auf Platz 40 gelandet, hat sich in der Benotung aber auf 4,1 verbessert (2018 Note 4,4). Die niedrigere Platzierung trotz besserer Benotung ist der Tatsache geschuldet, dass diesmal sehr viele kleiner Kommunen erstmals in die Wertung des Fahrradklima-Testes gekommen sind. Besonders positiv wurden in Kelsterbach die im letzten Jahr ge├Âffneten Einbahnstra├čen f├╝r den Radverkehr in Gegenrichtung, die Fahrradmitnahmen im ├ľPNV und die Fahrradf├Ârderung in j├╝ngster Zeit bewertet. Negative Benotung haben die Themen Fahrraddiebstahl, Radfahren durch Alt und Jung und Stress beim Radfahren erhalten.

Alle anderen Kommunen im Kreis Gro├č-Gerau sind auf Grund zu wenig ausgef├╝hlter Frageb├Âgen nicht in die Auswertung gekommen.

Fahrradfreundlichkeit im Kreis Gro├č-Gerau ist durchwachsen

ÔÇ×Die Fahrradfreundlichkeit der Kommunen im Kreis Gro├č-Gerau ist durchwachsen. W├Ąhrend auf Kreisebene vergleichsweise viel f├╝r den Radverkehr getan wird, ist das Engagement nicht bei allen Kommunen gleicherma├čen ausgepr├Ągt. Positiv hervorheben lassen sich M├Ârfelden-Walldorf und Ginsheim-GustavsburgÔÇť, erkl├Ąrt Mario Schuller. ÔÇ×Um das Fahrradklima zu verbessern, m├╝ssen nicht immer aufw├Ąndige Bauprojekte gestartet werden. Sehr effizient und schnell geht es, Fu├č- und Radwege von falsch parkenden Autos frei zu halten, Radverkehr sicherer um Baustellen zu f├╝hren, gute Abstellm├Âglichkeiten zu schaffen und Einbahnstra├čen zu ├Âffnen. All das l├Ąsst sich mit geringem Budget und wenig Planungsaufwand realisieren.ÔÇť

Der ADFC steht im Kreis Gerau wie seit mehr als 25 Jahren auch zuk├╝nftig den Kommunen beratend zur Verf├╝gung, um deren Fahrradfreundlichkeit zu optimieren.




 

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